• Skizze

    091114zweig2s

  • Skizze für eine Radierung

    20091025 Skizze Stillleben Solarisation

  • Nicht von Doc Suess, nicht von Doc Sauer

    paper

    Offensichtlich funktioniert die Animation nicht. Also ohne Bilder:

    a paper clip
    on my upper lip
    made me snort and sneeze
    'till Jimmy took
    it off its hook
    and finished off my breeze

  • Die Gewebeprobe

    Es war einmal ein Schriftsteller, der hatte noch nie ein Buch verfasst, nicht einmal eine Kurzgeschichte oder ein Gedicht. Vermutlich war er sogar Analphabet, ziemlich sicher aber von einer deutlichen Lese- und Rechtschreibschwäche betroffen, denn er machte um alles, was in gedruckte Worte gefasst war, einen großen Bogen, wo immer es ihm möglich war. Sogar den Bekanntschaftsanzeigen in der Lokalzeitung wich er aus, obwohl er nicht nur sehr einsam war, sondern auch zu scheu, direkt Kontakt zu knüpfen. Dennoch kann von diesem Mann nicht anders gesprochen werden als "dem Schriftsteller", denn so, wie die meisten von uns mit einem bestimmten Geschlecht und und einer bestimmten Hautfarbe geboren werden, so liegt auch eine bestimmte Berufung mit uns in der Wiege, die unsere Lebensbahn vorzeichnet - und sei es dadurch, dass wir uns in immer geschickteren Ausweichbewegungen üben.


    Selbstverständlich gibt es zureichende Gründe
    , gegen ein derart deterministisches Menschenbild zu rebellieren. Das Geschlecht ist ebenso ein soziales Konstrukt wie eine biologische Mitgabe, die Hautfarbe kann sich kaum oder lebensbestimmend auswirken, und auch eine Berufung mag sich der Kultur und Zivilisation anpassen, in der sie zur Ver- oder Entwirklichung drängt. Das ist ganz normal und keine große Geschichte. Gerade in Zeiten wie diesen, in denen viel geschrieben und wenig gemeint wird, in denen die Schrift zur Uneigentlichkeit tendiert, ist es nicht verwunderlich, dass sich Schriftsteller - früh von einem Ekel erfasst, der sich aus enttäuschter Begeisterung speist - der Entweihung der Worte verweigern.

    Nun kam es aber, dass besagter Schriftsteller, der seinen Lebensunterhalt als verlässlicher Zerspanungsmechaniker in einem großen Industriebetrieb gefunden hatte, eines Tages auf seinem Sofa saß und ein seltsames Kribbeln im Gedärm verspürte, das weniger einen körperlichen Ursprung (er hatte sich wie gewöhnlich ernährt) als eine anderweitige, ihm noch unbekannte Ursache zu haben schien. Da er keinen Fernseher besass (er mochte das seelenlose Geschwätz aus dem Kasten nicht) und zur Entspannung lediglich ab und zu Countrymusik hörte, fand er Zeit, sich wirklich auf dieses Kribbeln zu konzentrieren. Dieses ungewöhnliche Ereignis, dass ein Mann wirklich auf die feineren Regungen seines Körpers achtet, mag die Glaubwürdigkeit dieses Berichtes bestätigen, da das zu Erwartende allzu selten eintritt um auf überzeugende Weise wahrscheinlich zu sein.

    Nun, in den folgenden Tagen und Wochen verstärkte sich dieses ungewohnte, auf befremdende Weise erregende Gefühl und schließlich entschloss sich der Mann, einen Urologen aufzusuchen. Um den eher peinlichen Details der Anamnese nicht allzuviel Raum zu gönnen, sei hier die vorläufige Diagnose des Fachmannes vorweggenommen: Im Unterleib des Mannes, so der Arzt, befinde sich ein Festkörper, der jedoch kein Fremdkörper sei, sondern vom eigenen Stoffwechselsystem gebildet werde. Wenn ein Vergleich gezogen werden solle, dann eher zu einer Schwangerschaft denn zu einer Tumorbildung. Allerdings rate er zur Entnahme einer Gewebeprobe um eventuelle Gesundheitsgefährdungen auszuschließen.

    In diesen Vorschlag willigte der Patient - im Nachhinein muss gesagt werden: unbedachterweise - ein. Vielleicht würde, dies mag durchaus im Bereich des Möglichen liegen, es sonst nicht zu jener Komplikation gekommen sein, die diesem Bericht ein so unvermitteltes wie unbefriedigendes Ende setzt. Unter den gegebenen Umständen bleibt jedoch nur festzuhalten, dass es nur wenige Stunden nach der Extraktion der Probe (die sich als heller, folienartiger Auswuchs mit dunklen Einsprengseln erwies) zu einer Verschlechterung des allgemeinen Gesundheitszustandes des Mannes kam, dem er nach wenigen Tagen erlag.

    Da der Fall von medizinischem Interesse war und keine lebenden Angehörigen ausgemacht werden konnten, wurde eine Autopsie durchgeführt. Die auf diese Weise ermittelten Befunde wurden jedoch nie publiziert, daher kann keine Aussage darüber getroffen werden, was sich in Wirklichkeit zutrug. Aus der unmaßgeblichen Perspektive des Berichterstatters sei jedoch ergänzt, dass er es durchaus begrüßen würde, wenn zukünftig auch Berufungssymptome in der pränatalen Diagnostik erfasst werden würden, wie so vieles andere auch.

    (copyright sonogara / jo richter, 2009)

  • Multiple monitoring

    Seiten: 1 2

  • ... und blickt mich an ...

    Welzholz07

  • Titelei - ungeschriebene Romane

    Der Fetisch in der dritten Kammer
    Ein psycho-southeastern-schamano Thriller voll dunkler Mystik und verzweifelter Detektive. Am Ende war's der Voodoo-Priester, aber alle, die es ihm nachweisen könnten, sind tot oder irren als Zombies umher. Nun, das ist sowieso unwichtig geworden, denn kurz vor Schluss wird ein Vergessenszauber über alle Leser ausgesprochen.

    Mister Schlafrock
    Ein virtueller Abenteuerroman. Beim Spielen eines Online-Rollenspiels meint der 22-jährige Dirk ein echtes Dimensionsloch aufgespürt zu haben. Tatsächlich geschehen in seiner Umgebung äußerst merkwürdige Dinge. Oder war es schon immer so, dass die Roboter der Müllabfuhr in Schwebeautos anrücken um den Biomüll zu beseitigen?

    Petro in der Klemme
    Ein Roman, entlang der Passionsgeschichte geschrieben. Petro und seine Gang machen die Neighborhood von South Isel unsicher, bis ein Erweckungserlebnis bei Bapi John seinem Dasein Sinn gibt. In harten Fights gegen Dämonen und die Gang der Old Testis steht er seinem Kollegen Jay treu zur Seite. Doch dann kommt alles anders, als erwartet ....

    Das Schloss am südlichen Ufer - Euloisis
    Das tragische Schicksal des jungen Waisenmädchens Schenzi rührt alle Leserherzen zutiefst. Wie viele Leiden muss sie noch ertragen, bis endlich der Gutsherrensohn Hubert erkennt, dass er für sie und nur für sie bestimmt ist? So harmlos beginnt eine Geschichte, die sich unbekümmert um Genres und spielend mit Traditionen bald zu absurd-grotesken Situationen aufschwingt, um schließlich im anrührenden Monolog eines Dubliner Seifenverkäufers zu enden, der nicht verstehen will, warum Bloom so viele Seiten weit das Produkt einer Konkurrenzfirma durch die vielgestalte Stadt trägt.

    Fledermäuse schlafen lautlos
    Als Bert den Job in der Buchhaltung annimmt, ahnt er nicht, dass er dabei ist, sich in ein Labyrinth aus Lügen und Täuschungen zu verstricken. Spät, fast zu spät, erkennt er, auf welch gefährliches Spiel er sich eingelassen hat und wer seine wahren Arbeitgeber sind.

    Wirf dein Glück hoch hinauf
    Ein sozialkritischer Roman aus Nordostkasachubistan. Seit Jahrzehnten wird die Minderheit der Perjars von wechselnden Grundbesitzern ausgebeutet. Als ein sozialistischer Staat ausgerufen wird, scheint sich auch ihre Lage zu bessern, bis sich die neue Führungsriege alte Vorurteile zunutze macht. Wird es den einfachen Männern und Frauen des kleinen Dorfes gelingen, nicht nur ihr Überleben, sondern auch ihre Freiheit zu erstreiten?

    Soltau
    Falta arbeitet in einer Fabrik, die Puppen herstellt. Jeden Morgen geht sie zur Arbeit, jeden Abend kehrt sie in ihr Ein-Zimmer-Appartment zurück. Nichts passiert und sie begehrt und vermisst nichts. Jahr um Jahr wird sie älter, ohne dass etwas geschieht. Als sie pensioniert wird, bleibt sie einfach auf ihrem Zimmer und beobachtet, wie die Welt um sie herum langsam ihre Konturen verliert.

    Fainisia
    Im Kampf der Boldrog gegen die Gorren kann es keinen Sieger geben, wohl aber unzählige Tote. Tauchen Sie ein in die faszininierende Welt von Fainisia, wo Gestaltwandler noch zu den ungefährlicheren Kreaturen zählen und ein Karnet keine Chance zu überleben hat, wenn ihm nicht gewaltige Zauberer und Krieger zur Seite stehen!

    Kross!!!
    Ein Ghetto-Roman aus dem Bäckermilieu. Mein Block, mein Rap, mein Baguette!

  • Aschermittwoch in Kassel

    Der mittelalte Mann, der mir gegenüber Platz nimmt, ist von sympathischer Unscheinbarkeit. Er bestellt seinen Kaffee mit einer schlichten, höflichen und doch bestimmten Formulierung, in einem angenehmen, unaufdringlichen Tonfall. Nach den üblichen Kennenlernfloskeln erzählt er mir unumwunden, er arbeite für einen Nachrichtendienst und solle die Demonstration, die in wenigen Minuten vorbeiziehen werde, im Auge behalten. Man vermute einige bekannte Unruhestifter unter den Demonstranten, die er, als Kenner der Materie, identifizieren solle. Menschen ziehen vorbei und wir unterhalten uns, abwechselnd die Kaffeetassen zum Mund führend, über aktuelle Entwicklungen im öffentlichen Sektor. Er persönlich halte das Projekt der Aufklärung für gescheitert, versichert er mir, nicht ohne seiner Trauer über diese Entwicklung Ausdruck zu verleihen. Als die letzten Menschengrüppchen vorbeigezogen sind, klingelt sein Telefon. Er hört, ohne zu sprechen, zu, klappt das Gerät zusammen. Sein Auftrag sei jetzt beendet, teilt er mir mit. Er bedanke sich für mein Wohlverhalten, das uns beiden Unanehmlichkeiten erspart habe. Nach dem Bezahlen gehen wir, dem Anschein nach, in unterschiedliche Richtungen davon.

  • Erwachen

    Ich glaubte,
    es sei Blütenstaub,
    doch es war Schnee

  • Seismografie

    seismografie1

    Kunsthaus Zürich in der Mittagspause, Blindzeichnung nach Geräuschen

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